Komponisten der Renaissance: Erinnerung an wundervolle Epochen

Ein altes Notenblatt

Die Renaissance brachte meiner Meinung nach, einzigartige Musikstücke hervor, die heute noch gefragt sind. Deswegen möchte ich davon auf meinem Musik Blog berichten. Ende des 16. Jahrhundert hatten Italien, England und Frankreich einiges gemeinsam. Sie klangen ähnlich, behielten aber dennoch ihre Besonderheiten der einzelnen Region.

Die geistliche Musik war zu dieser Zeit gegenwärtig, die weltliche Musik kam nach und nach zum Tragen und wurden vom geistlichen Komponisten integriert. Zentrale Gattungen waren das Madrigal, die französische Chanson, die Messen und die Motette.

Zu jener Zeit war der Gesang ziemlich stark vertreten. Die Sänger agierten professionell und wurden bereits in der Kindheit ausgebildet. Neben den Gesängen waren diese Kapellmeister, Komponisten und Instrumentalisten. Es gab Chöre, doch diese waren meist solistisch, pro Stimme gab es rund drei Sänger. Falls Instrumente zum Einsatz kamen, unterstützen diese die Hauptstimme.

In der Renaissance wurde der Bass neu entdeckt. Dieser brachte einen neuen Klang in das Geschehen und revolutionierte das Komponieren. Es erzeugte ein neues Harmoniegefühl, welches neue Möglichkeiten aufkommen ließ.

Auch in der Musiktheorie entwickelte sich zu dieser Zeit einiges. Gioseffo Zarlino war es, der das „Senario“ erschuf und als Grundlage der Komposition definierte. Der Dreiklang der Musiktheorie wurde somit erschaffen. Starke, klare Betonungen waren es, die eine reine Stimmung erzeugen - die Renaissance war einzigartig.


Die verschiedenen Epochenabschnitte der Renaissance – 200 Jahre Epochen suchten seinesgleichen

Renaissancemusik dauerte rund 200 Jahre und wurde in verschiedene Abschnitte eingeteilt, soweit dies eigentlich möglich war. In Folge möchte ich versuchen, eine kleine Aufgliederung mit den wichtigsten Komponisten erschaffen.

1420-1460

In dieser Epoche waren John Dunstable, Gilles Binchois und Guillaume Dufay stark vertreten. Es fangen zahlreiche Umbrüche statt. Sexten und Terzen wurden eingeführt, die Tenormesse entstanden und es kamen Hymnen, Motetten und Madrificats. Auch der Fauxbourdon hatte seinen Einsatz erstmals zu seiner Zeit. Dabei handelt es sich um eine Satztechnik, wo eine Melodie an die höchste Stimme oktaviert wurde. Diese bekam zwei Begleitstimmen, ein Quarte und eine Sexte. Ein umgekehrter Dreiklang entstand dadurch. Zur Norm wurde ferner die Vierstimmigkeit – Sopran, Tenor, Bass und Alt.

1460 - 1490

Zu dieser Epoche war Johannes Ockeghem stark vertreten. Ein flämischer Komponist, der die freien Einzelstimmen zu den Oberstimmen hinzufügte. Der Vokalstil wurde zur Linienkunst weiterentwickelt. Somit waren weitgespannte Sätze möglich, ohne die Kadenzen zu gliedern. Es kam mehr Abwechslung und Vielfalt in die Musik. Eine berühmte Motette von ihm war „Intemerata Die mater“

1490 - 1520

Dies war die Zeit von Josquin Despréz. Dieser war vergleichbar berühmt wie Beethoven und Bach. Er brachte viel Veränderung in diese Epoche und seine Musik schaffte bewussten Ausdruck. Er komponierte wortartige Musik, die ganz neue Wirkungen erzielten. Als Grundlage für die Texte wurden Psalmen verwendet. Eine neue Generation wurde eingeläutet.

1520 – 1560

Hier war es wiederum Adrian Willaert, der venezianische Komponist, der als Kapellmeister in Dom San Marco tätig war. Er war es, der die venezianische Schule einbrachte, die bis zum Frühbarock anhielt. Auch entwickelte dieser die Doppelchörigkeit, welche die Kompositionen wiederum veränderten. Sein Einfluss prägte die Musiktheorie stark.

1560 – 1600

Orlando di Lasso, Giovanni Gabrieli und Giovanni Pierluigi da Palestrina waren die Namen dieser Epoche. Es handelte sich um das spätniederländische Zeitalter. Die Mehrchörigkeit war stark am Werk und es wurde eine homophone Satzstruktur eingeführt. Textliche und verständliche Musik wurden auch in den Kirchen eingeführt. Neben den ernsten Texten war es auch die Zeit, wo witzige Kompositionen Anklang fanden. Die Mehrchörigkeit wurde noch weiterentwickelt. Vor allem die Vokal- und Instrumentalmusik von Giovanni Gabrieli wurde stark von zahlreichen Schülern geschätzt. Auch die klingenden Instrumentalstücke „Sonate“ prägten diese Zeit.

Ich fand die Renaissance besonders spannend, eine Epoche, die ich musikalisch gerne live erlebt hätte. In der heutigen Zeit scheint die Musik immer mehr an Bedeutung zu verlieren. Der Einheitsbrei wird mir zu stark. Man darf gespannt sein, ob sich die Musik wieder mehr in die Richtung entwickelt, wie sie einmal war. In Kunst, die nicht nur von Zahlen und Erfolgen abhängig war.

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