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Archiv : Stimmwercktage 2013 : Orlando di Lasso

Orlando di Lasso leitet die bairische Hofkapelle. Gemälde von Hans Mielich (1516  –  1573)

Die Musik

Orlando di Lasso gilt als einer der der bedeutendsten Komponisten der Renaissance, von seinen Zeitgenossen wurde der hochgebildete Kosmopolit als „princeps musicorum” (Fürst der Musiker) bezeichnet.

Er wurde um 1532 in Mons (heute Belgien) geboren, erhielt bereits als Knabe eine intensive musikalische Ausbildung in Italien und kam schließlich 1556 als „Tenorist” an den Fürstenhof von Herzog Albrecht V. nach München. Dort avancierte er innerhalb kurzer Zeit zum gefeierten Leiter der bairischen Hofkapelle, eine Lebensstellung, die er bis zu seinem Tod 1594 behielt, obwohl ihm immer wieder aus ganz Europa ähnliche Stellungen angeboten wurden: die bairische Metropole war ihm zur Heimat geworden.

Lasso war eine musikalische Lichtgestalt ohnegleichen, eine Legende bereits zu Lebzeiten. Sein riesiges Werkverzeichnis umfasst tiefempfundene geistliche Kompositionen aller damals gebräuchlichen Gattungen (Messen, Motetten, Magnificat, Lamentationes, Passionen etc.), er schrieb aber auch für die Festlichkeiten des Fürstenhofs zahllose weltliche Werke, etwa italienische Madrigale, französische Chansons und deutsche Lieder  –  allesamt Kompositionen, die an Ideenreichtum und Genialität kaum Vergleichbares neben sich zulassen.

Unsere Gäste

Julla von Landsberg (Sopran)

Julla von Landsberg

Als Sängerin Alter und zeitgenössischer Musik liegt der Sopranistin Julla von Landsberg besonders daran, textbasiert und mit schauspielerischer Empfindsamkeit zu musizieren. Nach ihrem Studienbeginn am Münchner Konservatorium wechselte sie an die Hochschule für Musik Trossingen, wo sie 2004 mit Studienkollegen das Ensemble Santenay  –  Polyphone Musik des Mittelalters und der Frührenaissance  –  gründete. 2008 erschien die erste CD des Ensembles.

Ihr Diplom absolvierte sie an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig bei Elvira Dreßen. Wichtige Impulse für ihre künstlerische Tätigkeit bekam sie durch Zusammenarbeit mit dem Freien Berliner Theaterensemble Nico and the Navigators mit Nicola Hümpel. Internationale Engagements und zahlreiche Aufnahmen belegen ihre Präsenz in der Alten Musik.

Paul O’Dette

Paul O’Dette

Man hat Paul O’Dette (Laute, Theorbe, Barockgitarre) „das mit Sicherheit größte Genie auf seinem Instrument” (Toronto Globe and Mail) genannt.

Über 130 CD-Aufnahmen, fünf Grammy-Nominierungen, unzählige Rundfunk- und Fernsehaufzeichnungen sowie Auszeichnungen weltweit machen Paul O’Dette unangefochten zum bedeutendsten Lautenisten unserer Zeit.

Über Jahrzehnte hinweg hat er sowohl stilistisch als auch technisch neue Standards gesetzt. Besonders die Kombination von historischem Bewusstsein, idiomatischer Akkuratesse und tiefer Emotionalität zeichnen sein vollendetes Spiel aus.

Caroline Wegmann (Sopran)

Caroline Wegmann

Nach ihrem Studium an der Musikhochschule in Stockholm gelangte die schwedische Sopranistin 1992 nach Deutschland. Während dieser Zeit war sie an der Gründung des Vokalensembles Singer Pur beteiligt, deren Mitglied sie bis zum Jahr 1998 blieb.

Im Anschluss daran kehrte sie wieder nach Schweden zurück, wo sie sich zunächst im Bereich Stimm- und Sprechpädagogik sowie einige Jahre später zur Sonderpädagogin weiterbildete.

Immer wieder kehrt sie nach Deutschland zurück, um in verschiedenen Vokalensembles als Gast auszuhelfen. Daneben singt sie in dem schwedischen Ensemble Feria VI, das sich in erster Linie mit der Musik des 15. und 16. Jahrhunderts beschäftigt.

Christian Wegmann (Tenor)

Christian Wegmann

Christian Wegmann bekam seine erste musikalische Ausbildung bei den Regensburger Domspatzen. Als Gründungsmitglied des Vokalensembles Singer Pur widmete er sich nach dem Abitur fast ausschließlich der Vokalensemblemusik.

Seit 1998 lebt Christian Wegmann in Stockholm und singt neben zahlreichen Vokalensembles hauptberuflich im Chor der Königlichen Oper in Stockholm.

Christoph Eglhuber (Laute)

Christoph Eglhuber

Christoph Eglhuber, langjähriger Gefährte des Vokalensembles Stimmwerck, ist Continuospieler und Begleiter renommierter Solisten wie Sol Gabetta, Hélène Grimaud, Frank Peter Zimmermann, Christian Gerhaher, Juliane Banse, Christoph Prégardien, Peter Schreier u. v. a.

Von 1991  –  2006 war er Lehrbeauftragter an der Musikhochschule München in den Fächern Generalbassspiel und Geschichte der Gitarrenmusik, seit 2001 ist er hauptamtlicher Dozent am Institut für Musikwissenschaft und Musikpädagogik der Universität Regensburg.

Georg Blüml (Regie, Lesung)

Georg Blüml

Georg Blüml, geboren in München, studierte Gesang (Tenor) und ist seit 1992 als Regisseur tätig. 1995 gründete er ein eigenes Opern-Ensemble und Münchens kleinstes Opernhaus in der Pasinger Fabrik, wo er u. a. mit „La Cenerentola” und „Der Barbier von Sevilla” von G. Rossini die Münchener Off-Opernszene etablierte. 2001 folgte eine Einladung zum 3rd International Chamber Opera Festival, Seoul, zur koreanischen Erstaufführung von F. Lehárs Operette „Der Graf von Luxemburg” am National Theatre of Korea in koreanischer Sprache.

Als Spielleiter am Freien Landestheater Bayern inszenierte er unter anderem eine mit über 150 Vorstellungen vielbeachtete „Zauberflöte”. Engagements führten ihn u. a. an das Konzerthaus Berlin (J. Offenbach: „Les deux aveugles”), ans Theater Hof (u. a. O. Straus: „Die lustigen Nibelungen”), die Städtischen Bühnen Münster (G. Rossini: „Das Aschenputtel”), zum Festival Bayreuther Barock (J.-Ph. Rameau: „Les Fêtes d’Hébé”) und zum Kulturwald Festival im Bayerischen Wald (T. Mauser: „Felizitas”).

Die Süddeutsche Zeitung kürte seine Inszenierung des „Judas Maccabaeus” von G. F. Händel im Kulturforum Fürstenfeld zum „Kulturevent des Jahres 2002” und rezensierte das in der Reaktorhalle der Münchener Musikhochschule aufgeführte Mozart-Jugendwerk „Apollon et Hyacinthus” als „Münchens originellsten Beitrag zum Mozartjahr 2006”. Von 1999 bis 2006 war Georg Blüml an der Bayerischen Singakademie als Dozent für szenische Gestaltung tätig.

Eine erfolgreiche Konzerttätigkeit u. a. als Sprecher in zeitgenössischen Werken verbindet ihn mit Symphonieorchester und Chor des Bayerischen Rundfunks, dem WDR-Sinfonieorchester und dem Berliner Konzerthausorchester.

Programm

Freitag, 2. August
18.00 Uhr     Vernissage zur Kunstaktion:
„dag”
Kunst und Klang-Installation von Axel Kraus
  –  mehr Informationen hier (als PDF)
19.00 Uhr     Vortrag:
Hiob und Sybille  –  Lasso und der Tod
Anmerkungen von Prof. Dr. Franz Körndle zu den geheimnisvollsten Werken des Münchner Renaissance-Komponisten
20.00 Uhr     Eröffnungskonzert:
„Prophetiae”  –  Sibyllensprüche, Hiobs-Lektionen, Lamentationen
Ensemble Stimmwerck
Franz Vitzthum (Kontratenor)
Klaus Wenk (Tenor)
Gerhard Hölzle (Tenor)
Marcus Schmidl (Bass-Bariton)
mit
Christian Wegmann (Tenor)
Samstag, 3. August
Stimm-Werckstatt  –  Tagesakademie im Commedia Stadel Adlersberg
Symposium Orlando di Lasso  –  Netzwerke
13.30  –  15.00 Uhr     Sitzung 1:
Status, Repräsentation, Diplomatie
15.30  –  17.00 Uhr     Sitzung 2:
Popularität, Parodie, Kritik
nähere Informationen zur Akademie erhalten Sie in diesem PDF
18.45 Uhr     Präsentation:
Ein Münchner Weltwunder des 16. Jahrhunderts  –  die Prachthandschrift von Orlando di Lassos Bußpsalmen
Dr. Andreas Wernli (Basel)
20.00 Uhr    Konzert in der Kirche:
„Musica Dei donum optimi”  –  Glanzlichter aus Lassos Schaffen
Ensemble Stimmwerck
Franz Vitzthum (Kontratenor)
Klaus Wenk (Tenor)
Gerhard Hölzle (Tenor)
Marcus Schmidl (Bass-Bariton)
mit
Caroline Wegmann (Sopran)
und
Christian Wegmann (Tenor)
Sonntag, 4. August
11.00 Uhr     Matinee:
Paul O’Dette (Laute) spielt Orlando di Lasso
Georg Blüml liest aus Briefen von Orlando di Lasso
16.00 Uhr     Vortrag mit Lesung:
Die Commedia dell’arte im 16. Jahrhundert
Referent: Prof. Dr. Florian Mehltretter (Institut für Italienische Philologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München)
17.00 Uhr     PREMIERE: Commedia
Madrigale, Lieder und Instrumentalstücke von Orlando di Lasso nach Art einer Commedia dell’arte in Szene gesetzt
Ensemble Stimmwerck
Franz Vitzthum (Kontratenor)
Klaus Wenk (Tenor)
Gerhard Hölzle (Tenor)
Marcus Schmidl (Bass-Bariton)
mit
Julla von Landsberg (Sopran),
Christoph Eglhuber (Laute)
und
Georg Blüml (Regie)